2018 mit Riesensprüngen unterwegs

Ein zentraler Punkt im Naturschutz-Tierparks Görlitz ist es, die Vielfalt und Schönheit der verschiedensten Tierarten im direkten Kontakt zu vermitteln. Daher dürfen sich unsere Besucher im neuen Jahr ganz besonders auf die Eröffnung des neuen, zum Teil begehbaren Riesenkänguru-Geheges freuen. Auf der Fläche der alten Anlage der Sika Hirsche entsteht derzeit ein über 1000m² großes Areal für sechs Graue Riesenkängurus. Eine solch starke Nähe zwischen Gästen und Kängurus wird zwar bereits in einigen anderen Zoos angeboten; für die Begegnung mit den Grauen Riesen ist diese Gelegenheit dann allerdings bisher deutschlandweit einmalig.

Mit den neuen Bewohnern erweitert der Tierpark auch sein geografisches Repertoire. Nachdem der Schwerpunkt bisher auf Europa und Asien lag, zieht mit den Kängurus ein Ureinwohner Australiens ein. Obwohl Kängurus dort die größten Säugetiere sind, sind ihre Jungtiere bei der Geburt mit einer Länge von 2,5 cm und einem Gewicht von einem Gramm noch kleiner als ein Gummibärchen! Das zu dem Zeitpunkt komplett unterentwickelt Jungtier findet den Weg von Geburtsöffnung in den Beutel der Mutter dennoch selbstständig, wo es sich für die nächsten zwei bis drei Monate an einer von vier Zitzen festsaugt. Erst nach etwa sechs Monaten verlässt das Jungtier dann den wohlbehüteten Beutel.

Kängurus können aber noch viel mehr. So sind sie zum Beispiel zu einer besonders ausgeprägten Keimruhe fähig. Das bedeutet, dass ein Embryo in seiner Entwicklung pausieren kann. In ihrem teilweise kargen Herkunftsgebiet ist das von Vorteil – wenn es in Notsituation etwa an Wasser oder Nahrung mangelt, wird das Muttertier dadurch entlastet.

Wer die Kängurus aufmerksam beobachtet, wird auch auf ihre verschiedenen Fortbewegungsmuster aufmerksam. Während sie ihr Gewicht beim Grasen hauptsächlich auf allen vier Pfoten verteilen, nutzen sie das Springen auf den Hinterbeinen, um größere Strecken zu überwinden. Ein Teil der dafür notwendigen Energie wird in ihren Sehnen, Muskeln und der Wirbelsäule gespeichert. Über längere Strecken benötigen sie dennoch enorme Muskelkraft, weshalb sie sich auf größeren Touren regelmäßig ausruhen müssen.

Auch die am gleichen Ort zu bestaunenden Heuschrecken sind für ihr immenses Sprungvermögen bekannt. Ihnen ist unter anderem die neue, behindertengerechte Eventtoilette gewidmet. So erwartet mutige Besucher hier neben einem freien Blick in den Känguru-Stall ein wilder Heuschreckenschwarm. Eine besonders spannende Atmosphäre am nicht mehr ganz so stillen Örtchen!

Sich selbst wie Känguru oder Heuschrecke fühlen, das können kleine und große Besucher auf dem zur Anlage gehörenden neu errichteten Spielplatz. In der tierischen Sand-Sprunggrube können zunächst die eigenen Sprungweiten mit denen vieler anderer Tierarten verglichen werden. Anschließend können auf der Känguru-Sprung-Anlage auf einer acht Meter langen Trampolin-Bahn mehrere Sprünge nacheinander absolviert werden. Dabei simuliert das Trampolin die Elastizität im Känguru-Körper und unterstützt damit die Sprungkraft. Wer sich müde gehopst hat, kann in den Beutel der lebensgroßen Holz-Känguru-Abbildung klettern und darf sich wohlbehütet wie ein junges Känguru fühlen.

Wer auch zu Hause nicht genug von unseren grauen Bewohnern bekommen kann, für den wird das online TierparkTV zum Teil auch auf das Känguru-Gehege geschaltet werden. Mit etwas Glück können im Laufe des Jahres auch Nachwuchs bei den Roten Pandas und den Gänsegeiern über unsere Webcam bestaunt werden. So hält das neue Jahr auch medial einiges rund um den Tierpark bereit. Der Start eines neuen Internetauftritts ist in Vorbereitung. Dieser wird für die Besucher intuitiver und übersichtlicher gestaltet, Inhalte modernisiert und angepasst. Außerdem wird der Ausbau unseres Youtube-Kanals anvisiert, sodass in Zukunft noch mehr bewegte Bilder aus dem Tierpark folgen werden.

Neben all den Neuerungen halten wir natürlich an guten, etablierten Traditionen fest. Dazu zählen auch unsere beliebten Veranstaltungen. Mit dem Drei-Königs-Umzug am 6. Januar haben wir die erste bereits erfolgreich gemeistert. Besonders bei den Kindern hat die Teilnahme unserer Tiere für Entzücken gesorgt.

Als nächstes steht am 10. März das Hissen der Tibetflagge an. In Erinnerung an den Volksaufstand am 10. März 1959 bekunden wir unsere Solidarität mit den Menschen in Tibet und setzen uns für Wahrnehmung der Menschenrechte und Erhalt ihrer Kultur und Religion ein. Damit verbunden ist auch der Wunsch, die beeindruckende Natur und Kultur Tibets zu erhalten, der im Tierpark mit dem Tibetdorf ein besonderes Denkmal gesetzt wurde.

Eine Woche später am 18. März laden wir zum Frühlingsspaziergang ein. Die Fontäne im Lausitztal wird wieder feierlich angestellt. Für Interessierte wird eine Führung durch den Tierpark geboten. Erfahrungsgemäß lockt zu dieser Jahreszeit auch der erste tierische Nachwuchs zum Bewundern.

Am 02. April folgt einer der jährlichen Höhepunkte, das Osterfest. Wie immer gibt es viel zu erleben und zu entdecken. Spiele wie Mistkarrenrennen oder Eiersuche, Tierpräsentationen und musikalische Unterhaltung runden diesen Tag für die ganze Familie ab.

Musikalisch geht es am 21. Mai zum Pfingstkonzert weiter. Auf der Festwiese im Naturpark wird das JugendShowOrchester Görlitz e.V. wieder sein Bestes geben. Unter den vielfältigen Musikgenres von Klassik über Rock, Jazz, Swing bis hin zu Schlagern und Volksmusik ist für jeden Geschmack etwas dabei. Dazu gibt es Spiele, Bastelmöglichkeiten und Informationen rund um unsere Tiere sowie eine Tierparade.

Naturschutz-Tierpark Görlitz e.V.

 www.zoo-goerlitz.de